Am Donnerstag war es wieder mal soweit, die wöchentliche Pub-Night. Es ging wieder ins Cafe Punavuori und diesmal war es wirklich voll. Wie ich hinterher erfahren habe, ist Mittwoch bis Sonntag eine Art Kneipenfestival. Auf jeden Fall war das Cafe spätestens eine Stunde, nachdem wir dort angekommen waren, gut voll. Ich hab auch viele Trainees hier zum ersten Mal gesehen, andere kannte ich schon. Witzigerweise muss man erst nach Helsinki fahren, um dann dort auf Studenten zu treffen, die z.B. aus Leipzig kommen. Interessanterweise sprechen ungefähr ein Drittel der ganzen Leute deutsch, das bringt einen natürlich in Englisch nicht wirklich viel weiter, aber es ist auch zur Abwechslung ganz gut. Da kann man nämlich das umschalten zwischen Deutsch und Englisch ohne Nachdenken trainieren. Das ist echt beeindruckend, wer das schon mal erlebt hat, kann das vielleicht nachvollziehen. Man redet mit jemandem über was in Deutsch, dann kommt jemand anders dazu und man redet eben in Englisch weiter. Amazing...

Wie gesagt, wir haben vielleicht ein Viertel der Leute in dem Club gestellt und ab 10 war dann bis 12 Happy Hour, fast alle Drinks nur 1 Euro. Die Leute an der Bar waren sichtlich überfordert. Da hab ich mir dann mal einen Lonkera und einen Salmari geholt. Lonkera heißt übersetzt Longdrink, was für mich bis jetzt immer eine Kategorie, aber kein Getränk war. Das ist irgendeine Mixtur aus Gin und Grapefruit, schmeckt insgesamt eher wie Bitter Lemon. Salmari ist ein Schnaps mit Salmiak-Geschmack, wobei beim Bestellen darauf zu achten ist, dass das Sálmari heißt. Ich hab nämlich zuerst ein Bier und einen Salmári bestellt, worauf mich die Frau hinter der Bar fragte: "Salmári? What is it?" Ich ihr erklärt, dass das das Getränk mit dem Lakritzgeschmack ist. Sie: "Ohh, Sálmari!" Ich habe mir weitere Kommentare verkniffen. Bleibt bloß festzustellen, dass Finnen offensichtlich nicht nur lange Wörter mögen, sondern auch ne korrekte Aussprache.

An dem Donnerstag habe ich auch zum ersten Mal die Tanzfläche im Keller gesehen, die war das letzte Mal zu. Die Musik war genau mein Geschmack zum Tanzen, wie im Bushfunk (Gruß an alle Bushfunk-Gänger

). Dummerweise musste ich natürlich Freitag arbeiten, aber zum Glück sind einige Leute dann dreiviertel 1 gegangen und mussten auch in meine Richtung, so war es leichter, mich selbst zu zwingen nach Hause zu gehen und nicht die ganze Nacht zu feiern. Und außerdem hatte ich ja noch die Aussicht auf den nächsten Abend.
An dem ging's dann in eine Bowlingbahn in unserer Nähe, wo wir gegen die/mit den Trainees aus Turku gebowlt haben. Das war leider etwas kurz, weil die Bahn nur für eine Stunde reserviert war, aber einige haben noch nachbezahlt, um ihr zweites Spiel noch zu Ende bringen zu können. Danach mussten wir uns entscheiden, wo wir hingehen. Die Wahl fiel zugunsten eines Clubs namens Summer Heat, welcher 5 Euro Eintritt kostete. Dummerweise wollen die immer noch 2 Euro Garderobe haben, trotz das ich meine Jacke in einen Rucksack von wem anders reingetan habe. Da meinte der Typ: "Ich bekomme aber trotzdem von euch beiden 2 Euro!" Danke, macht die Garderobe kostenlos und kassiert gleich 7 Euro...die spinnen, die Finnen. Das freie Getränk war klein und zu süß und der Club war leer. Das war uns nach einer Weile zu hohl und bevor die Turku-Leute auch noch den Eintritt bezahlen müssen, sind wir wieder gegangen, mit der Aussicht, ja noch den Stempel zu haben und im Notfall wieder reinzukommen. Nach kurzer Überlegung sind wir zu einem anderen Club gelaufen, der war aber auch leer, und wir machten uns auf den Weg zum dritten. Dabei verließen uns dann relativ viele Leute und blieben in einem Pub hängen. Das wäre wahrscheinlich auch die bessere Idee gewesen. Der andere Club sah gut aus, hatte ne riesige Schlange davor und kostete noch mal Eintritt. Unsere Gruppe waren nur noch 7 Leute und eigentlich fan dich das doof, weil wir ja eigentlich mit den anderen Leuten was machen wollten. Naja, also wir standen in der Reihe, als Shreyas plötzlich nen Anruf von seinem Mitbewohner bekam, der seinen Schlüssel nicht mithatte und sen anderen Mitbewohner nicht erreichen konnte. Also musste Shreyas gehen, daraufhin entschied ein anderer auch zu gehen, daraufhin ein dritter und dann war auch meine Lust vorbei. Zum Schluss sind sie dann zu dritt im Club gewesen, die anderen im Pub und wir sind nach Hause gegangen. Ich hab mich hinterher etwas geärgert, ich hätte mit in den Pub gehen sollen, aber irgendwie war der Abend blöd verlaufen und ich hatte keine Lust mehr. Aber da war ja noch die Abschiedsparty von Shreyas heute.